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Welches Hendl kommt auf den Teller? Und woher kommt es?

Wer nicht zur Gruppe der Veganer oder Vegetarier gehört, der/die wird mehr oder weniger oft sein/ihr Hühnerfilet in verschiedenen Varianten oder sein gebratenes Sonntagshendl geniessen. Auch wir lieben dieses zarte, weiße Fleisch, das knusprig gebratene Brathendl oder das saftige Backhendl mit Kartoffelsalat.  Soweit so gut! Wissen wir immer was wir kaufen oder was uns in der Gastronomie serviert wird? Leider nein! Umso mehr müssen wir alle darauf achten – nicht allein dem Tierwohl, sondern auch aus Verantwortung uns selbst gegenüber –  mit was und wie wir unser kulinarisches Leben gestalten. Im Sinne der Regionalität, der Nachhaltigkeit und aus Respekt gegenüber der Landwirtschaft.

 

Werden wir unserer Verantwortung der Natur gegenüber gerecht! Es beginnt bei der Auswahl unserer Lebensmittel!

Wer kennt sie nicht – die Horrorbilder der riesigen, industriellen Hühnerfarmen mit Tieren die nie ein Tageslicht erblicken, die sich gegenseitig verletzen, die auf engstem Raum im eigenen Kot zusammengepfercht darauf warten, dass ihr künstlich erzeugtes Turbowachstum dem „Markt“ entspricht und als „Nahrungsmittel“ (LEBENSmittel wäre der falsche Ausdruck) so billig wie nur möglich angeboten werden kann.  Grauenhaft, entsetzliche und einfach wider jede Natur.

So kennen wir die Hühnerställe unserer Großeltern. Viele von uns holten sich frische Eier und Geflügel direkt vom Bauern. Warum jetzt nicht mehr?

Es geht ein Ruck in Sachen „Selbstvermarktung“ durch die Landwirtschaft

Aus der Sicht eines Konsumenten, stellen wir fest, dass es eine Art – wenn auch noch zurückhaltend – Aufbruchstimmung zur Selbstvermarktung auch bei Geflügelbauern gibt. Derzeit sprechen wir von einigen wenigen, darunter auch Theresa & Matthias Mayr aus Kematen im Tiroler Oberland. Diese Familie hat sich auf die Vermarktung von Hühnern und Eiern spezialisiert und sind inzwischen zu Vorbildern in der Branche akzeptiert und angekommen. Matthias Mayr ist gelernter und ausgebildeter Marketingprofi. Als Geschäftsführer leitete er die Marketingabteilung in einer Bank und war Eventmanager eines Sportvereins. All das hat er hinter sich gelassen und mit seiner Frau die Landwirtschaft seiner Schwiegereltern übernommen. Bei der Vermarktung hilft ihm natürlich seine Ausbildung und seine Marketingerfahrung, die er auch gerne und immer öfter weitergibt. Was als Liebe zur Natur und zum gefiederten Tier begonnen hat, ist nunmehr eine sprichwörtliche Leidenschaft, eine Passion mit viel Herz, Mut, Liebe und Engagement.

Die junge Familie will zeigen, dass es auch anders geht. Das beginnt bei der Haltung ihrer Hühner, welche liebevoll „Wanderhennen“ genannt werden. Diese leben Tag ein und Tag aus, egal ob im Sommer oder Winter im sogenannten „eiMobil“ – einem Wohnwagen für Hühner.
Mit diesem Gefährt ziehen die Hühner von Feld zu Feld und haben immer frisches Grünfutter und großzügigem Auslauf.

Irgendwann werden die Hühner ihrer Bestimmung zugeführt!

Ja – es sind schöne Tiere, es sind glückliche und gesunde Tiere. Aber ihre Bestimmung ist es eben den Lebensunterhalt der Bauernfamilie zu sichern und als hochwertiges, echtes und ehrliches Lebensmittel den verantwortungsvollen Konsumenten angeboten zu werden.

Um auch eine artgerechte Schlachtung, ohne Stress für die Tiere durchzuführen, wurde in Kooperation zwischen Landwirtschaftskammer und dem Maschinenring eine echte Innovation entwickelt: Die mobile Schlachtung! Es gibt keine Transportwege für die Tiere, diese werden schnell und schmerzlos betäubt und sofort, im voll ausgerüsteten Hänger, verarbeitet. Alles ist auf seinem Platz, alles ist blitzblank sauber, professionelle Metzger führen alle Arbeitsschritte durch und die Konsumenten können sicher sein, dass nur bestes Geflügel angeboten wird.

Billig kann ziemlich teuer werden! Die Landwirte verdienen mehr Zuspruch!

Es versteht sich von selbst, dass dieses Fleisch nicht zum Superdiskontpreis angeboten werden kann. Es stecken sehr viel Arbeit und hohe Investitionen in der Vorbereitung, der Aufzucht, der Pflege. Aber wenn nicht ein schnelles Umdenken erfolgt, so werden die Landwirte immer weniger bis diese ausgestorben sind. Dann werden wir nur noch Fleisch von Tierfabriken bekommen, wie sie uns in erschreckender Art und Weise in der Coronakrise in allen Medien vor Augen geführt wurden. Es liegt an uns, ob wir die Angebote der Direktvermarkter annehmen oder nicht. Es liegt an uns, ob es sich die Landwirt auch in Zukunft leisten wollen, ihre Almen und Felder zu bewirtschaften, welche auch unser touristischen Bild in aller Welt prägen. Regionalität ist kein Werbeslogan – Regionalität ist ein Selbstbekenntnis zu unseren Produkten aus Tirol und ganz Österreich!

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Bilder und Text: Christian Knapp / Web: http://knapp-storytelling.com/

Die „Goat-Guards“ wachen über die Hühnerschar am Oberländerhof.

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